Vom 17. Mai bis 22. Mai 2026 fand die Rompilgerreise der Katholischen Stadtkirche statt. Hier ein Reisebericht über eine unvergessliche und schöne Pilgerfahrt.

„Wer glaubt, ist nie allein“: Ein einfacher Satz aus einem unserer Reiselieder (im Übrigen das Lied des Papstbesuches 2006 in Bayern), das wir mehrmals in den gefeierten Messen gesungen haben. Ein Satz, der sich spürbar von Tag zu Tag mehr zum inoffiziellen Motto unserer Pilgerreise entwickelt hat: Spürbar, weil wir auf den Spuren der heiligen Apostel Petrus und Paulus unterwegs waren und erleben durften, wie viele Menschen in den vergangenen 2000 Jahren Christus nachgefolgt sind und bis heute nachfolgen. Spürbar aber auch, weil auf einen schüchternen Beginn der Reise eine angenehme, mitreißende Gruppendynamik folgte, die in einer emotional ergreifenden Abschlussmesse in Santa Maria Maggiore ihren Höhepunkt fand.

Mit einem Reisesegen am Münchner Flughafen begann unsere Pilgerreise am Sonntag, den 17. Mai 2026 um kurz nach 14 Uhr, am frühen Abend kamen wir in unserer Unterkunft in Rom an. Beim Besuch des Paulusgrabes in der Papstbasilika St. Paul vor den Mauern am Montagvormittag und der Führung durch die Domitilla-Katakombe am Nachmittag wurde deutlich, welche Opfer Christen früher bringen mussten, um ihren Glauben leben zu können. Auch die Feier der heiligen Messe in den vatikanischen Grotten mit einem kurzen Blick auf das Grab des heiligen Apostel Petrus und das von Papst Benedikt XVI. am frühen Dienstagmorgen war ein bewegender Moment. Kunst, soweit das Auge reicht, gab es am Dienstagnachmittag in den Vatikanischen Museen zu bestaunen. Der Höhepunkt unserer Pilgerreise war aber gewiss die Generalaudienz mit Papst Leo XIV. am Mittwochvormittag. Erfreulich war, dass wir es als Gruppe zu hervorragenden Sitzplätzen geschafft haben und dementsprechend laut wurde der Jubel in unseren Reihen, als die Pilgergruppe aus der Stadtkirche Dachau begrüßt wurde. Im Rahmen der Generalaudienz segnete der Heilige Vater auch unser mitgebrachtes Stadtkirchenkreuz. In seiner Katechese, die sich zur Zeit vor allem auf das zweite Vatikanische Konzil bezieht, machte der Heilige Vater deutlich, dass Liturgie nicht nur aus Symbolik und Riten besteht, sondern vielmehr eine konkrete Begegnung mit Christus ist, die zum gläubigen Leben im Alltag befähigen soll und Gemeinschaft schafft.

Die gute Gemeinschaft durften wir auf unserer Pilgerreise auch erleben: Vor allem der Besuch der römischen Heimatpfarrei von Kaplan Ulbrich, die Pfarrei Christo Re in Prati, mit einer wunderbaren Aussicht vom Kirchturm über die gesamte Stadt und anschließend einem hervorragenden Abendessen am Dienstagabend sorgten für eine zwanglose, gute Stimmung. Viele nette, kleine Anekdoten über die gesamte Woche verteilt, ließen die Pilgerreise zu einer gelungenen Zeit werden: Vom dringenden Wasserbedürfnis von über 20 Personen, um sich eventuell doch noch auf die Kuppel des Petersdoms zu schmuggeln (hat leider nicht geklappt…) über einen garantiert regenfreien Nachmittag, wie uns die Stadtführerin versicherte, der in einer ordentlichen Dusche endete, bis zu sehr unterhaltsamen Abenden in Kleingruppen an der Hotelbar und in der Stadt hat jede/-r ihre/seine ganz persönlichen kleinen Highlights gesammelt.

Als klassische Touristen im großen Trubel durften wir uns bei den Führungen durch das antike und das barocke Rom am Mittwoch- und Donnerstagnachmittag fühlen und viel Neues dazulernen. Signora Fazio führte uns zielsicher mit vielen Informationen durch die Menschenmassen. Beeindruckend war die Basilika San Clemente, in deren Unterbau antike römische Häuser ausgegraben wurden, die wir bestaunen konnten.

Der Ausflug in die Albaner Berge zu Castel Gandolfo, der päpstlichen Sommerresidenz, war für uns alle eine willkommene Abwechslung: Wenig Trubel, viel Grün und traumhaftes Wetter ließen das Gefühl von Dolce Vita aufkommen. Zunächst besichtigten wir die Innenräume der Sommerresidenz, konnten unter anderem die bayerische Landesflagge am ehemaligen Schreibtisch von Papst Benedikt XVI. entdecken und die Aussicht bis nach Rom und ans Mittelmeer genießen. Leider konnten wir aus zeitlichen Gründen nur einen kleinen Bruchteil der gigantischen 550.000 m² großen Barberini-Gärten besichtigen, aber auch davon waren wir absolut beeindruckt. Zum Abschluss dieses Ausflugs genossen wir ein üppiges italienisches Mittagessen mit herrlichem Blick über den Lago di Nemi.

Am Freitag besuchten wir die beiden bisher ausgelassenen päpstlichen Basiliken Santa Maria Maggiore und San Giovanni in Laterano. Die besondere Stimmung bei der Abschlussmesse in der Capella Cesi in Santa Maria Maggiore ließ einige Augen feucht werden und uns alle spüren, dass die Stadtkirche Dachau zusammenwächst und lebt. Nach ein bisschen Freizeit erfolgte eine reibungslose Heimreise am Ende einer traumhaften, erlebnisreichen und anstrengenden Woche. Zum Schluss bleibt nicht mehr viel zu sagen, vor allem aber an unsere Reiseleitung Christian Ulbrich für die Betreuung und Organisation: Allora, grazie mille!

Joomla Gallery makes it better. Balbooa.com

Text: J. Scherm; Bilder: J. Scherm / S. Kauschinger

Menü

Neu in Dachau? Wer sind wir? Kirchenmusik erleben? Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien? – Hier eine Übersicht.